Als vor einer Woche der Government Shutdown in Kraft trat, hatten wir Sorge, dass alle unsere noch geplanten Besuche in Nationalparks ins Wasser fallen könnten. Der Ausgabenstopp der US-Regierung führt dazu, dass keine staatlichen Dienstleistungen mehr erbracht werden können, bis die Finanzierung über den Staatshaushalt geklärt ist. Dazu zählen leider auch alle Dienstleistungen in National oder State Parks.
Im Acadia National Park hat dies nun interessanterweise den Effekt, dass die Kassenhäuschen an den Einfahrten in den Park unbesetzt bleiben und man die 35 Dollar spart, die ein Besuch des Parks normalerweise kostet.
Weiterhin besetzt sind jedoch die Kontrollen zur Auffahrt auf den Cadillac Mountain. Die sechs Dollar haben wir schon vor zwei Tagen online bezahlt, um uns den Time Slot um 10:30 Uhr zu sichern. Damit beweisen wir wieder einmal ein glückliches Händchen, denn ab dem frühen Nachmittag zieht über dem Park eine Nebelbank auf, die die Gipfel der Insel einhüllt und die beeindruckende Aussicht von oben unmöglich macht.

Zu der Zeit sind wir jedoch schon längst wieder unten an der Küste angekommen, wo wir eine Wanderung südlich von Bar Harbor um die Landzunge am Otter Cove unternehmen. Die Landschaft ist wunderschön, aber der Tourismus hier in Acadia ist unerwartet heftig. Vielleicht nutzen die Menschen aus dem Umland auch aus, dass gerade keine Gebühren für den Parkbesuch kassiert werden.
Schon auf dem Cadillac Mountain mussten wir trotz gebuchtem Time Slot im Stau auf einen Parkplatz warten, hier ist es nun noch krasser. Die Park Loop Road führt im Uhrzeigersinn als Einbahnstraße um die Insel herum, und uns wird klar, warum das so ist – eine der eigentlich zwei Fahrspuren der etwa 40 Kilometer langen Straße dient auf großen Abschnitten einfach als Parkplatz. Auch heute, an einem normalen Dienstagmittag im Herbst, schlängelt sich eine Kolonne von Autos hier entlang, und wir können froh sein, dass irgendwann am rechten Straßenrand eine „Parkbucht“ für uns frei ist.
Die Wanderung über die rötlichen Felsen entschädigt dann aber für das Gedränge. Je weiter wir uns von den touristischen Höhepunkten, wie dem Thunder Hole oder den Otter Cliffs, entfernen, desto weniger belebt ist es. Wir wandern durch die herbstliche Landschaft, die im nebelig grauen Licht leider nicht die Strahlkraft hat, die wir aus den letzten Tagen gewohnt sind. Aber der schmale Pfad des Otter Cove Trail durch den Laubwald hat trotzdem seinen Reiz. Morgen geht es dann schon wieder weiter, Richtung Westen in die White Mountains in New Hampshire.

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