Für die verbleibenden knapp 200 Meilen nach Boston entscheiden wir uns für die nördlichere Route, die durch Vermont und den Green Mountain National Forest führt. Eine sehr gute Entscheidung! Auf für hiesige Verhältnisse schmalen Straßen fahren wir bergauf, bergab durch herbstlich bunte Wälder.
Am Hogback Mountain eröffnet sich dann ein spektakulärer Ausblick über eine riesige bewaldete Ebene. Hier könnte man vermutlich tagelang wunderbare Wanderungen unternehmen, aber wir sind ja auf dem Weg an die Ostküste. Am Parkplatz bereitet jemand frisches Popcorn mit Ahornsirupglasur zu und wir kaufen eine große Tüte für stolze zehn Dollar, aber was sollen wir sagen – das Zeug ist jeden Cent davon wert.


Im Country Shop am Aussichtspunkt nehmen wir noch ein paar Souvenirs und ein Vermont-T-Shirt mit. Wir sind jetzt schon Fans dieses idyllischen Bundesstaates. Derer durchfahren wir heute innerhalb weniger Stunden immerhin drei: New York, Vermont und Massachusetts. Es wären beinahe vier geworden, kurz vor New Hampshire dreht unsere Route jedoch nach Süden ab.
In Boston empfängt uns der erwartete heftige Verkehr und wir sind froh, als wir schließlich „unser“ Parkhaus direkt Downtown neben dem John Hancock Tower erreichen. Dann noch ein paar Minuten zu Fuß zum „The Revolution Hotel“ und wir können ein winziges, aber im Vergleich zu dem von letzter Nacht sehr gemütliches Zimmer in Beschlag nehmen.



Wir drehen eine erste Runde durch Boston, sehen uns kurz Beacon Hill und das State House an und landen dann, na klar, im Pub. Da wir die Fernsehserie „Cheers“ nicht kennen, ist uns zunächst auch nicht bewusst, dass der gleichnamige Pub hier in seiner ursprünglichen Form die Vorlage für die Kulisse dieser Serie war, die wohl eine der erfolgreichsten im amerikanischen Fernsehen jemals war und eben vorwiegend im Gastraum eines Pubs spielt. Hier kann man nun haufenweise Cheers-Souvenirs kaufen, auf das Angebot, unsere Bierkrüge für jeweils 14 Dollar mitnehmen zu können, verzichten wir aber dankend.
Das Essen ist jedenfalls lecker, wir nehmen Chili und Clam Chowder, auf den zu essen ich mich schon vor Beginn der Reise gefreut habe. 1999 habe ich schon mal mehrere Wochen in Boston zugebracht und dabei auch die lokale Küche schätzen gelernt. Morgen erkunden wir die Stadt dann weiter, wir planen, uns dazu ein paar Fahrräder zu leihen. Im Gegensatz zur Zeit vor über 25 Jahren gibt es hier inzwischen tatsächlich viele gut gepflegte Radwege. Wir werden berichten…

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